Heimchronik

Auf der NABU-Dreptefarm herrschten die Mercedes-Azubis

  • Mercedesazubis Dreptefarm 2016 04 c NABU Bremen netzjährliche Arbeitswoche der Azubis des Mercedes-Werkes Bremen
  • Kooperation seit sieben Jahren
  • 38 Azubis, 6 Meister und 5 Ehrenamtliche halfen mit
  • Dreptefarm hat schon einige Erweiterungen bekommen
  • Katzenkinder im Kork-Dämmstoff
  • Haus-Elektrik, Schweinegehege und Treckeranhänger auf dem Programm

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Bescherung, Bilanz und Belegungsrekord

  • Eselbescherung VeoliaEsel und Farmtiere mit Möhren, Steckrüben & Co beschenkt
  • Veolia-Stiftung spendet 6.000 € für Waldlehrpfad
  • Rekordbelegung mit 7.059 Übernachtungen
  • Ausbauten und Behindertengerechtigkeit geplant

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Dreptefarm zieht Bilanz

  • IMG 6107Solides Rekordjahr
  • Vorjahr um 21 Übernachtungen überboten
  • mehr Klassen aus dem Bremer Umland
  • Ausbau und Isolierung gehen langsam voran
  • NABU-Freizeiten durchwachsen

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Dreptefarm - ein Rekordjahr

  • Dreptefarm Eselbescherung c NABU Bremen 6 - Kopie10% mehr Übernachtungen
  • 20% mehr Umweltbildung
  • doppelt so viele Eselwanderungen
  • gemeinnütziges Heim braucht dennoch Spenden

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Jahresbilanz der NABU-Dreptefarm 2012

  • Uri UweNABU-Heim mit fast 6.300 Übernachtungen
  • erstmals über 300 Feriengäste und 83 Umweltbildungsstunden
  • Firmen bauen Gehege und Zäune
  • neue BFD-Stellen eingerichtet
  • Experiment mit kirgisischem BFD'ler
  • Farmtierfütterungen, Schafscherfest und Eselbescherung
  • zwei neue Riesenesel als eigene Bescherung

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Chronik des Heimes

pastarchivesDie Schullandheimarbeit hat eine lange Tradition. Über fünfzig Jahre schon engagieren sich Menschen in ihrer Freizeit für das Schullandheim in Wulsbüttel. Ja, es wurde sogar größtenteils ehrenamtlich erbaut! Auch heute noch nutzen wir die Wintersaison, um mit ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen die Dreptefarm zu renovieren und weiterzuentwickeln, angetrieben vom Leitspruch Erich Kästners aus der Konferenz der Tiere: "Es geht um die Kinder!"


schullandheim_chronik_1Nachfolgend die Geschichte unseres Heimes in Wort und Bild. Chronist ist der ehemalige Vorsitzende Bernd Leder (Vorsitz 1992 - 2000), für die Zeit ab 2002 sein Nachfolger Sönke Hofmann
Am 10. März 1955 schlossen sich Lehrer und Eltern der Schulen Farge, Lüßum, Rekum, Rönnebeck und an der Lüder-Clüver-Straße zusammen und gründeten den "Schullandheimverein Blumenthal e. V.". Als gemeinsames Ziel nahmen sie sich vor, für ihre Schulkinder in Wulsbüttel ein Schullandheim zu bauen.

schullandheim_chronik_3Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wählten sie den damaligen Leiter der Schule an der Lüder-Clüver-Straße, Werner Schwern. In einer Werbeschrift für den Verein schreibt Werner Schwern von seinem "empfundenen Erziehungsauftrag, Wissens- und Fertigkeitsvermittlung mit der Charakter- und Menschheitsbildung zu verbinden. So schreibt er, "dass jedes 4. Kind ohne Vater oder Mutter aufwächst, dass sich in der Urzelle - der natürlichsten aller Erziehungsgemeinschaften - Änderungen ergeben haben, die sich äußerst nachteilig auf die Kinder ausgewirkt haben, so dass Lehrer Funktionen des Elternhauses zu übernehmen haben. Dazu müssen jene Situationen und Verhältnisse geschaffen werden, in denen die Einflussnahme in der häuslichen Erziehungsgemeinschaft erfolgt. Das wäre der Fall im mehrwöchigen ganztägigen Beieinander von Kindern einer Klasse mit ihrem Lehrer in einem Schullandheim". Im Auftrag seiner Zeit will er ein Haus erbauen, "in dem sich Kinder in jenen Tugenden üben sollen, die die Voraussetzung einer wahrhaft demokratischen Gemeinschaft bilden: Toleranz und Menschlichkeit".
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Schon vor 1955 hatte sich Werner Schwern mit drei weiteren Kollegen auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Schullandheim gemacht. Ihre Entscheidung war auf ein Grundstück in Wulsbüttel gefallen, inmitten einer besonders reizvollen, noch unberührten Heidelandschaft. Am 9. 6. 1955 kam es dann zum Kauf des 10628m² großen Grundstücks von Lüder Brüggemann. Im Juni 1956 fuhren die ersten freiwilligen Helfer zum Arbeitseinsatz nach Wulsbüttel, dem in der Folgezeit viele weitere Einsätze folgten.

 

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So konnte Werner Schwern in einer weiteren Werbeschrift aus Anlass des zweiten Bauabschnitts 1967 vermerken: "Der Umfang der eigenen Arbeit, die Ausdruck der großen Verantwortung gegenüber den Kindern heute und morgen ist und einen Beweis für die große Hilfs- und Opferbereitschaft und den Idealismus all derer darstellt, die in selbstloser Weise Wochenende um Wochenende, Freizeit, Urlaubs- und Ferientage opferten und die Mühen des Weges und der oft ungewohnten Arbeit willig auf sich nahmen oder ihre Hilfe anderweitig unentgeltlich zur Verfügung stellten, stellt sich in diesen Zahlen dar: Die in vielen freiwilligen Arbeits- und Fahreinsätzen geleisteten Arbeitsstunden betrugen mehr als 10.000. An ihnen waren nahezu 500 Väter, Mütter, Freunde, Schüler, Lehrer, einheimische Industrieunternehmen und ortsansässige gewerbliche Betriebe des Handels und des Handwerks beteiligt. (Dazu gehörten ca. 40 000 Steine aus dem Abriss der Farger Schule, der Norddeutsche Lloyd spendete Stockwerkbetten von der "Pasteur", die auf dem Vulkan zur zweiten "Bremen" umgebaut wurde  -  und diese Betten werden auch heute noch genutzt.)schullandheim_chronik_6Durch ihren Einsatz und das Zusammenwirken aller in einer einzigartigen Gemeinschaftsleistung war es möglich, das Grundstück zu erwerben und darauf ein Haus im Gesamtwert von 360 000 DM zu erstellen. Dabei entspricht die Eigenleistung einem Wert von 205 000 DM."
Die ersten Arbeiten am Haus wurden 1958 aufgenommen, das Richtfest konnte in großem Rahmen unter Beteiligung der angeschlossenen Schulen mit fast all ihren Kindern und Lehrern am 20. 6. 1959 gefeiert werden, und am 12. 5. 1960 fuhr die Klasse 4 b aus der Schule Lüder-Clüver-Straße mit ihrem Lehrer Leo Skiba und zwei Begleitmüttern als erste Belegung in das Schullandheim. Am 25. 6. 1960 erfolgte mit einem großen Fest die feierliche Einweihung des Schullandheimes.   

Situation im Heim während der Nutzung des 1. Bauabschnitts

Es gab den heutigen Altbautrakt oder "Trakt 2" inklusive des Jungenwaschraums; der wurde abwechselnd von den Mädchen und dann von den Jungen genutzt. Weiter gab es die heutige Jungentoilette und eine Mädchentoilette, die befand sich dort, wo sich heute der Flur zum Duschraum befindet. Es gab die Eingangshalle und den Flur, der von der Halle zu den heutigen Tagesräumen führt. Von diesem Flur waren drei Räume zu betreten: der erste Raum - heute Lagerraum - diente dem Heimwartehepaar als Schlafraum, der zweite - heute Personal-WC - war der Niedergang zum Kellerraum -schullandheim_chronik_7 heute Werkstatt - und der dritte - heute Spülküche - war die Küche für alle zu verrichtende Arbeiten. Im Keller befand sich die erste Heizungsanlage, die gebraucht aus dem "Hartmannstift" zur Verfügung gestellt worden war.
Die erste Heimwartin war Frau Diener. Sie wohnte mit ihrem Mann und den beiden Töchtern mitten im Heim, der ersten Raum des Schlaftraktes war ihr Wohnzimmer, den zweiten Raum nutzten die Töchter als Schlafraum. Damit war die Heimwartfamilie - besonders die beiden Töchter - über viele Jahre dem sich in jeder Belegungswoche wiederholenden Betrieb der sich in ein Schullandheim einlebenden Kinderschar unmittelbar ausgesetzt.
Das Heim wurde genutzt von Schulklassen mit zum Teil über 40 Schülern. Da für eine so große Zahl die Eingangshalle als Tagesraum nicht ausreichen konnte, war nicht nur diese sondern auch der lange Flur im Schlaftrakt mit Stühlen und Tischen ausgestattet, die übrigens von einer ortsansässigen Firma zum Selbstkostenpreis aus alten Schultischen umgebaut worden waren.

Weitere Baumaßnahmen

schullandheim_chronik_8Diese extreme Enge dauerte bis 1967, denn nach dem Richtfest am 12. 4. 1966 wurde mit einem großen Fest - wieder waren viele Busse aus Blumenthal, Lüßum, Rönnebeck, Farge und Rekum angerollt - am 25. 5. 1967 der zweite Bauabschnitt eingeweiht: Am Ende des Schlafraumtraktes kamen Wasch- und Toilettenraum für die Mädchen und ein Duschraum dazu, es wurde ein ausreichend großer Tagesraum gebaut, der im Souterrain einen Eingangsraum mit Garderobe und Schuhschleuse, einen Gruppenraum und die neue Heizungsanlage aufwies, und es wurde die heutige Heimküche und Heimwartwohnung gebaut - die 1977 auf den heutigen Stand dann noch vergrößert wurde.

Nach dieser finanziellen aber auch ideellen Kraftanstrengung musste der Verein erst eine Atempause einlegen. Das Heim wurde regelmäßig von je einer Schulklasse oder auch einer Kindergruppe belegt, im Heim war jetzt ausreichend Platz für die Kinder und auch Begleiter, und besonders die Heimwartfamilie hatte endlich eine menschenwürdige Unterbringung. Das Ziel aber war ein Schullandheim für die Unterbringung von zwei Klassen; und so unternahm der Vorstand alles, um weitere Spenden einzutreiben, um für Zuschüsse zu werben und Helfer zusammenzubringen.
Am 2. 6. 1973 war es dann so weit, in einer großen Feier - wieder unter Beteiligung von vielen hundert Schulkindern - konnte der Endausbau zur Nutzung übergeben werden; ein vollständiger

 

Neubautrakt - der heutige Takt 1

schullandheim_chronik_9mit einem großzügigen Sanitärbereich und der zweite Tagesraum mit den Räumlichkeiten im Souterrain waren dazugekommen. Insgesamt 72 Betten standen für zwei Klassen mit ihren Begleitern zur Verfügung, und viele Schulen nutzten die Gelegenheit, parallelen, befreundeten oder kooperierenden Klassenverbänden gleichzeitig einen Aufenthalt im Heim anzubieten. Wegen der verdoppelten Kapazität konnten aber auch Heimtermine an andere Bremer Schulen und sogar an Schulen aus dem niedersächsischen Umland angeboten werden.

Wegen seiner fantastischen Lage in der norddeutschen Geestlandschaft, mit dem ca. 130ha großen Königsmoor in unmittelbarer Nähe und der in einer längeren Fußwanderung erreichbaren Uthleder Marsch ließen sich hier anschaulich und spielerisch wichtige Themen des im Lehrplan der Grundschule vorgesehenen Sachunterrichts aufarbeiten.
 

Das Heim in seiner heutigen Bausubstanz

Das Heim war bald gut ausgelastet, denn seine Vorzüge hatten sich in Bremen und "umzu" herumgesprochen, Lehrer aus verschiedenen Schulen galten bald als Stammkunden, aber auch viele Vereine, Jugend- und Freizeitgruppen kamen immer wieder zu Aufenthalten ins Heim. In den begehrten Frühlings-, Sommer- und Herbstterminen dauerte der Aufenthalt einer Schulklasse normalerweise 7 Tage; das heißt, üblicherweise reiste eine Klasse donnerstags vormittags an und blieb bis zum nächsten Donnerstag. Zwischen Abreise einer Klasse und der Ankunft der nächsten lagen etwa 2 Stunden, in denen die Heimeltern mit dem Hilfspersonal Gelegenheit hatten, das Haus zu reinigen. Die Klasse, die donnerstags nach Hause fuhr, hatte üblicherweise durch Beschluss der jeweiligen Schulkonferenzen am Freitag unterrichtsfrei; Kinder, aber auch der begleitende Lehrer hatten Gelegenheit, sich von den Anstrengungen des Schullandheimaufenthaltes zu erholen. Am Montag wurde dann regeneriert und bestens motiviert der Unterricht wieder begonnen. Für Vereine und Jugendgruppen stand das Heim besonders in den Ferien und an Feiertagen zur Verfügung.
Für die Heimwartin, bzw. die Heimeltern bedeutete das natürlich eine besondere Belastung. Statt einer geregelten Arbeitszeit hatten sie es mit einer 7-Tage-Woche zu tun. Besonders in der begehrten Jahreszeit gab es nur selten einen freien Tag. Diese erhebliche Mehrarbeit wurde in den Wintermonaten ausgeglichen, wenn keine Belegung im Heim war, und die Aufgabe der Heimeltern darin bestand, das Heim zu renovieren.
Etwa in der Mitte der achtziger Jahre setzte dann aber eine Veränderung der Belegungswünsche der Lehrer ein. Viele Lehrer waren nicht mehr bereit, ihr Wochenende mit ihrer Klasse im Schullandheim zu verbringen. Einige Lehrer brachten damit ihren Unmut zum Ausdruck über zunehmende Pression der vorgesetzten Dienststellen, andere beklagten sich über die ständig wachsende Zahl von nicht erzogenen Kindern, wieder andere räumten ein, dass sie sich wegen der ständig zunehmenden beruflichen Belastung diese unbezahlte Mehrarbeit im Schullandheim nicht mehr zutraue. Das führte dann dazu, dass die Schulklassen montags anreisten und freitags schon wieder abreisten. Statt wie vorher 7 volle Belegungstage zu haben , waren es jetzt nur noch vier. Da es für die jetzt freien Wochenenden nicht annähernd genügend Belegungen durch Vereine oder Jugendgruppen gab, fehlten damit erhebliche Einnahmen, und der Vorstand hatte große Sorgen, das Haus zu halten und stets zu sanieren.
Dennoch gelang es in den neunziger Jahren die Attraktivität des Hauses der veränderten Zeit anzupassen und damit zu erhöhen. Im Tagesraum kamen neue Vorhänge vor die Fenster, und es wurde eine moderne Belichtung installiert. In jedem Trakt wurde ein größeres Zimmer als Doppelzimmer für Lehrer oder Begleiter mit Bad und WC eingerichtet und modern möbliert. Die Heimküche erhielt einen neuen Spülautomat, eine neue Kippbratpfanne und einen komfortablen Kombidämpfer. Um die Sicherheit zu erhöhen wurde eine neue Schließanlage eingebaut und das Haus rundherum mit einer Beleuchtung versehen, die über Bewegungsmelder geschaltet wurde.

Anfang 2000 stand jedoch der Verein vor dem Problem, einen neuen Vorstand zu finden. Der hochengagierte Vorsitzende Bernd Leder wollte im Sommer in Pension gehen, auch der Restvorstand war nach vielen Jahren ehrenamtlichen Engagements amtsmüde. Ohne geschäftsfähigen Vorstand stand die Auflösung des Vereins und Schließung des Heimes im Raum. Am 31.12.2000, im 40. Jubiläumsjahr, sollte das Schullandheim Wulsbüttel geschlossen werden.

Durch Zufall erfuhr dies der Geschäftsführer des Naturschutzbundes NABU, Sönke Hofmann, der einen Gutteil seiner Kindheit im nahen Wochenendgebiet verbracht hatte. Ihm und einigen Mitstreitern war sofort klar, dass dies mit allen Mitteln verhindert werden musste. Gegen manche Bedenken und Widerstände im NABU wurden am 5.6.2000 Sönke Hofmann, Gottfried Teckemeier und Kirsten Hüneke in den Vorstand gewählt, Bernd Leder blieb als Beisitzer und Garant für einen reibungslosen Übergang.

Nach einigen Renovierungen startete die erste Ferienfreizeit des NABU, auch erste Umweltbildungsangebote für Schulen gab es. Für das Jahr 2001 war das Heim aufgrund des Interesses am neuen Schwung und dem besonderen Profil durch die ideelle Trägerschaft des NABU nahezu ausgebucht. Auch die Ferienfreizeiten erreichten die Kapazitätsgrenze.

Dann geschah in der Nacht zum 5. September 2001 der fürchterliche Mord an Dennis Klein im Heim, seine Leiche fand man zwei Wochen später gut 40 km entfernt. Der Mord konnte erst fast 10 Jahre später, im April 2011, aufgeklärt werden. Ein dem Heim unbekannter Mann hatte sich die Bremer Schullandheime als Tatort für seine perversen Neigungen ausgesucht. Der Vorstand nahm diese grausame Tat zum Anlass, umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zu installieren. Für ca. 60 000 DM wurden noch im Herbst 2001 die Sicherheit erhöhende Maßnahmen ausgeführt:

  • dauerhaftes Verschließen der 11 Kinder-Schlafzimmerfenster und Einbau einer geregelten Be- und Entlüftungsanlage
  • Austausch von 9 Fenstern gegen Verbund-Sicherheitsglas
  • Nachrüstung von Fenstergittern bei restlichen 14 Fenstern
  • Nachrüstung der Sicherungen bei den Lehrerzimmerfenstern
  • Umrüstung von zwei Feuerschutztüren mit einbruchssicheren Panikriegeln
  • Austausch der Notausgänge in den Schlaftrakten durch den Einbau von dreifach verriegelten Holztüren ohne äußere Schlösser oder Drückergarnituren
  • lokale Alarmgeber für alle Ausgangstüren in den Schlafgängen
  • zertifizierte Schließanlage für über 35 Schlösser
  • vierfache Videoüberwachung der Gänge mit 24-Std.-Aufnahme
  • Rauchmelder in allen Schlafzimmern und den Gängen
  • Bewegungsmelder mit Schockbeleuchtung

Alle angeführten Maßnahmen konnten nur bei erheblicher ehrenamtlicher Eigenleistung zu dem Gesamtpreis von 60 000 DM ausgeführt werden. Aus eigenen Mitteln wurde zusätzlich der Aufbau von Gänsegehegen als "biologische Alarmanlage" durchgeführt.

Ein neuer Anfang: Schullandheim Dreptefarm e. V.

Durch den NABU erhielt das Heim seine spezielle Ausprägung: In den Ferien werden seitdem NABU-Freizeiten durchgeführt, für Klassen werden Natur-Erlebnis-Seminare angeboten, im Heim stehen Ferngläser, Fledermaus-Detektoren, Kescher und Lupen für Beobachtungen in der Natur bereit. Die zur Sicherheit angeschafften Diepholzer Gänse erhielten in weiteren Freigehegen Gesellschaft von Bunten Bentheimer Schweinen, Rauwolligen Pommerschen Landschafen und Thüringer Waldziegen, Westfälischen Totleger-Hühnern, Meißner Widderkaninchen und Eseln. Es wurde dabei bewusst darauf geachtet, dass die Tiere jeweils aus alten Haustierrassen gewählt wurden. Im Haus wurde ein Spitzboden als Spielwiese und Korkenbad für Regentage und ein Gruppenraum im Souterrain als Diskoraum mit CD/MC-Anlage hergerichtet. Neuerdings gibt es auch einen Kiosk mit Süßigkeiten und Bio-Waren. In den Schlaftrakten wird die Luft kontrolliert über eine moderne Lüftungsanlage mit energiesparenden Wärmetauschern ausgetauscht. Alle diese Maßnahmen wurden von vielen freiwilligen Helfern in gemeinsamen Arbeiteinsätzen in den Wintermonaten tatkräftig unterstützt. Da das Heim durch die Aktivitäten des NABU und seiner ehrenamtlichen Helfer ein neues Profil und eine grundsätzlich neue Ausrichtung erfuhr, wurde mit Beschluss der Mitgliederversammlung im Februar 2002 die Vereinssatzung geändert, und das Haus erhielt den treffenden Namen: Schullandheim Dreptefarm (Bernd Leder, Vorsitzender des "Schullandheimverein Blumenthal e. V." von 1992 bis 2000, plus Ergänzungen)

Das Projekt Froschfarm

Neben vielen praktischen Einrichtungen für's Naturerlebnis, wie das Stereolupen-Labor oder die Holzwerkstatt mussten auch anspruchsvolle Sanierungen durchgeführt werden. Von der Kläranlage, die mittlerweile vorbildliche Werte liefert, bis zur Neueindeckung des Traktes 2.
schullandheim_chronik_plan

 

Der bislang größte "Coup" gelang dem Vorstand im Sommer 2004 mit dem größtenteils über Drittmittel finanzierten Kauf des 20.000m² großen Nachbar-Wochenendgrundstücks samt 3.000m² großem See. Hier richten engagierte Leute im NABU einen Lebensraum für Amphibien her. So erhält die Dreptefarm neben dem attraktiven Profil der erlebbaren alten Haustierrassen noch ein weiteres thematisches Standbein: Die Entwicklung der Amphibien ist Thema im Sachkunde- Lehrplan der Grundschulen.

In Motorsägen- Kursen und mit viel ehrenamtlicher Hilfe wurden fast alle fremdländischen ( und damit ökologisch wertlosen) Bäume auf der Froschfarm gefällt. Der Fichtenwald wurde licht gestellt, damit eine artenreiche Naturverjüngung eine Chance bekommt. In mehreren Spaten- und Baggereinsätzen wurde der "langweilige" Fischteich mit einer strukturreichen Flachwasserzone ausgestattet, im Frühjahr überschwemmt die Drepte den See und ermöglicht einen Austausch der Tiere im Gewässer. Die Froschfarm ist somit ein wertvolles Bruthabitat der Fischfauna geworden.

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Neben vielen Renovierungen wurden die Dachbereiche mit Korkengranulat gedämmt. Aus der NABU-Korkensammlung kommen jährlich gute 20m³ Flaschenkorken auf die Dreptefarm, die sortiert, geschreddert und als Isolierung mit einem K-Wert von rund 0,40 eingebracht werden. Mittlerweile ist die Wand des Traktes 1 mit einer Holzverschalung aus eigenem Holz von den Bäumen der Froschfarm verkleidet, dazwischen halten 25 cm Granulat die Bude mollig.

Zusätzlich zur 30m² großen Solaranlage für Heißwasser aus dem Jahr 2003 kamen in 2010 noch fast 200m² Photovoltaikanlage auf das Dach. Damit können in Spitzenzeiten 27.000 Watt erzeugt werden! Über 15 Tonnen CO2 bleiben so jedes Jahr dem Erdklima erspart. Ein Viertel der Anlagenkosten förderte swb-Strom pro Natur, die Dreptefarm bezieht (wenn sie denn nicht selbst produziert) den Naturwatt-Ökostrom von EWE.

 

05_mercedes_azubis_workcamp_2010_nabu_schullandheim_dreptefarmEine besonders fruchtbare Zusammenarbeit ergab sich mit der Ausbildungs- werkstatt der Elektroniker und Mechatroniker des Bremer Mercedes Werkes. In der Woche des Sommerferien- beginns kommen regelmäßig 25 Azubis und drei Meister auf die Farm. Gegen Kost und Logis lernen die "Stifte" Zusammenarbeit und übergreifendes Denken. Das Heim bekommt anspruchsvolle Bauprojekte gemacht. So gewinnen beide Seiten. Nach anfänglichen Kleinbaustellen in 2009 wurde 2010 ein über 75m² großer Grillunterstand geplant und gebaut. Nun kann jederzeit wetterunabhängig gegrillt werden, was der Küche die Arbeit enorm erleichtert.

 

  50jahrlogo

boehrnsen_eseltournee

 

 

 

Im Mai/Juni 2010 feierten wir unser 50. Jubiläum mit einer Esel-Tournee bis nach Bremen. Von Wulsbüttel zogen "Alfi" und "Püppi" ihre Kutsche in mehreren Etappen bis nach Arsten und warben für die Dreptefarm. Das neue Kutschgeschirr und die Renovierung der Kutsche hatte die Sparda Bank finanziert. Auf dem Kutschbock saß Sönke Hofmann samt den sich abwechselnden FÖJ'lern Malte und Tobias. Übernachtet wurde auf den Schulhöfen, geduscht in den Turnhallen und gefrühstückt im Lehrerzimmer. Als Dienstkleidung trugen wir zünftige Tropenhelme und Khakihemden, um den Naturforscher in uns herauszustellen.
In 7 Schulen machten wir "Eseldiplome" mit den Kindern, reiten und führen der geduldigen Beiden inklusive. Soviel Engagement brachte uns sogar ein Treffen mit dem Bremer BürgermeisterJens Böhrnsen vor den Bremer Stadtmusikanten am Rathaus ein. Der ließ es sich nicht nehmen, zum Hufeschütteln vorbei zu kommen, obwohl er zu dem Zeitpunkt aufgrund des Rücktritts von Bundespräsident Köhler amtierendes Staatsoberhaupt war!




Heimplan2012_Chronik

Dem Jubiläumsjahr folgte eines der ereignisreichsten Jahre in der Geschichte der Dreptefarm. Mit dem Jahreswechsel verstarb überraschend und nur knapp 64jährig der NABU-Landesvorsitzende und engagierte Freund der Dreptefarm, Klaus Werner Stade. Nach dem ersten Schock wagte das NABU-Dreptefarm-Team einen großen Schritt nach vorn. Die Kranzspenden Klaus Stades bildeten den Grundstock für den Ankauf des zwischen Heimgelände, Froschfarm und den Eselweiden inzwischen regelrecht eingezingelten Waldstückes (gelb umrandete dunkelgrüne Fläche auf der Skizze). Die Verhandlungen zogen sich hin, bis am 20. Dezember 2011 schließlich die 3,65 ha große Fläche angekauft werden konnte.


Noch schwerwiegender war die Ergreifung des (derzeit noch juristisch "mutmaßlichen") Kindermörders Martin N. genau zum Start der NABU-Osterfreizeit am 15. April 2011. Endlich wurde der Täter gefasst, dessen unglaubliche Tat fast zehn Jahre lang wie ein Mühlstein auf dem Heim gelastet hatte. Hoffen wir, dass nie wieder in einem Schullandheim eine ähnliche Tat begangen wird.










 

 

50 Jahre NABU-Schullandheim-Dreptefarm! Esel-Tournee durch Bremen

schullandheim_dreptefarm_eseltournee_tag1_01"Wir sind dann mal weg!"

 

Das offizielle Tournee-Tagebilderbuch der NABU-Dreptefarm-Esel-Schul-Jubiläumstournee mit Staatsoberhaupt und Alfi unf Püppi zum 50. Geburtstag der Dreptefarm 2010.

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Auszüge aus dem "analogen" Gästebuch

Unter "weiter" finden sie eine Auswahl verschiedener Scans aus dem Gästebuch der Dreptefarm. Klicken sie auf das Vorschaubild um es zu vergrößern.

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